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...UMDENKEN und AUFBRECHEN...
Pastorales Grundlagenkonzept der Diözese Rottenburg-Stuttgart
„Missionarische Kirche werden“ „Missionarische Kirche werden“ - diesen Leitgedanken hat Bischof Dr. Gebhard Fürst über die Seelsorge und das kirchliche Leben in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gesetzt. Beim Wort "missionarisch" denkt man zuerst an die düsteren Kapitel der Heidenmission vergangener Jahrhunderte. Heute aber und eigentlich meint der Begriff etwas ganz Anderes: die Christen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart wollen sich allen öffnen, die auf der Suche nach sinnvollem Leben sind. Ihnen wollen wir unseren Glauben als überzeugende, tragfähige Antwort vorschlagen. Die Botschaft ist dabei dieselbe wie seit zwei Jahrtausenden: Gott ist den Menschen nahe und begleitet ihren Lebensweg. In der Zuwendung zum Nächsten, besonders zu den Hilfsbedürftigen, werden dabei aus Worten Taten. Missionarisch bedeutet also nicht, Menschen zu manipulieren, sondern im Dialog mit den Menschen der heutigen Gesellschaft zu stehen, sich von ihren Fragen und Sorgen bewegen und von den Ausdrucksformen ihres Lebens anregen, bereichern und möglicherweise auch herausfordern lassen. Es bedeutet, dass Gemeinden und Gruppen sich öffnen und einladend sind. So kann es zu einem fruchtbaren Austausch der Gaben und einem gegenseitigen Lernen auf gleicher Augenhöhe kommen. Solcher Glaube entzündet sich immer neu und er wächst gerade dort, wo wir bereit sind, ihn zu teilen. Bereits das II. Vatikanische Konzil rückte diesen Gedanken der missionarischen Kirche klar in den Mittelpunkt, als es sagte, die Kirche sei ‚ihrem Wesen nach missionarisch’. Zum missionarischen Zeugnis gehört die Lebendigkeit des Glaubens nach innen wie nach außen. Denn unser Zeugnis wird überhaupt nur dann die Menschen überzeugen und mitreißen, wenn wir es mit Leben erfüllen - mit unserem Leben.
Was missionarische Kirche werden demnach NICHT ist:
- Rekrutierung von kirchlichen Mitgliedern - Sammlung aller Christen in der Gemeinde - alle Milieus erreichen und dauerhaft binden müssen - Verordnung eines objektiven Glaubens ohne Bezug zu den Lebensrealitäten der Menschen Was missionarische Kirche werden demnach IST: Die Basis missionarischer Seelsorge ist, - die eigene Person und die Kirche in Gott zu verankern und - aus diesem Halt zu leben. - Dieser Halt bedeutet Gottvertrauen, - aber auch Gelassenheit gegenüber menschlichem Machenwollen und –müssen. Aus dem Halt folgen bestimmte missionarische Haltungen: - Interesse an den Menschen und ihren Freuden und Hoffnungen, - Wertschätzung gegenüber den Schwachen und Benachteiligten, - Wahrnehmung der Spuren Gottes im eigenen Leben und im Leben der anderen, - positive Weltsicht, weil Gott bei den Menschen ist. Aus diesem Halt und diesen Haltungen fließt das Verhalten. Das Verhalten, die einzelnen missionarischen Schritte sind von dieser Haltung und von diesem Halt geprägt.
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